Weil es okay ist, nicht okay zu sein – Interview mit Musiker Patrick Höll

veröffentlicht am 22.10.2019

Das Thema seelische Gesundheit geht uns alle etwas an – und doch sind wir so sensibel, wenn es darum geht, es in der Öffentlichkeit zu thematisieren. Mit Begriffen wie „Mental Health Awareness“ wird bereits für eine Bewusstmachung und einen konstruktiven Umgang mit persönlichen Themen geworben. Da seelische Gesundheit auch für die Arbeit der Nightlines ein großes Anliegen ist, möchten wir sie an dieser Stelle genauer betrachten, und zwar aus einem besonderen Blickwinkel: aus der Perspektive, die uns die Kunst eröffnen kann. Dazu haben wir ein Interview mit Singer-Songwriter Patrick Höll geführt, der sich genau mit dieser Perspektive beschäftigt. Patrick ist 23 Jahre alt, wohnt in Karlsruhe und schreibt bereits seit acht Jahren Lieder. Seit etwa drei Jahren konzentriert er sich dabei verstärkt auf das Schreiben von Songtexten, die sich mit seelischer Gesundheit und psychischen Problemen befassen. Was hinter seiner Musik steckt und welche Chancen sie bieten kann, hat er uns in diesem Interview erzählt.


Patrick, Deine Texte beschäftigen sich allgemein mit dem Thema Awareness. Wie muss man sich das vorstellen?

Meine Texte befassen sich hauptsächlich mit Themen wie Depression, Hürden im Alltag, Selbstzweifel, und so weiter. Man könnte sagen, sie setzen sich mit der Frage auseinander: Wie schafft man es, zu überleben, zu lieben, kreativ zu sein mit einer Depression im Kopf?
Für mein Bühnenprogramm haben diese Themen natürlich eine grundlegende Bedeutung. Wir haben in der Regel kein differenziertes Bild von den Menschen, die wir um uns herum haben, und erst recht nicht von den Menschen, die wir auf der Bühne sehen. Für mich ist es auf der Bühne ein Ziel, ein persönliches und echtes Bild zu erzeugen. Natürlich neigt man als Musiker erst einmal dazu, auf der Bühne die guten Seiten zu zeigen. Ein bekanntes Phänomen ist in diesem Kontext auch, dass die Position des Künstlers oft verherrlicht und nicht kritisch hinterfragt wird. Ich finde, davon sollte man abkommen. Jeder hat seine Geschichte und Talente, die er mit der Welt teilen kann. Die Offenheit, auch problematische Themen miteinzubeziehen, muss man sich als Künstler aber erst einmal antrainieren. Man muss es schaffen, sich die Gewissheit aufzubauen: Es ist okay, nicht okay zu sein. Es ist okay, Schwäche zu zeigen – und zwar im Alltag genauso wie auf der Bühne. Bei meinen Auftritten fühlt sich der Abend im Grunde so an wie ein Gespräch mit einem guten Freund. Gleichzeitig begebe ich mich hinunter zu mir selbst. Bei meinem Bühnenprogramm gebe ich quasi einen Einblick in meinen Kopf. Ich möchte musikalisch, humoristisch und ehrlich auf der Bühne auftreten, um Menschen aus der Seele zu sprechen und sie weiter zum Nachdenken zu bewegen.


Wie bist du dazu gekommen, diese Art von Musik zu machen?

Wie es leider so oft der Fall ist bei den Menschen, denen das Thema besonders wichtig ist, bin ich selbst betroffen. Ich habe mich Anfang des Jahres nach einer schweren depressiven Phase in eine therapeutische Klinik eingewiesen und wurde dort mit chronischer Depression diagnostiziert. Seither bin ich auch in wöchentlicher Therapie. Aber schon davor lag mir das Thema sehr am Herzen, da beispielsweise auch einige Personen in meinem Freundeskreis von Problemen in dieser Hinsicht
betroffen waren und sind. Und schließlich geht das Thema uns alle etwas an.
Die Musik, die ich mache, ist das Ergebnis eines langen Prozesses. Als ich mich nach Jahren des künstlerischen Wirkens in verschiedenen Bereichen an das Schreiben von Liedern machte, behandelte ich darin zunächst eher banale Themen.
Wie wahrscheinlich jeder Künstler habe ich natürlich auch Vorbilder, deren Arbeit ich bewundere. Das Aufsehen zu diesen Vorbildern hat allerdings zunächst bewirkt, dass ich einen hohen Anspruch an mein eigenes Bühnenprogramm hatte, wodurch sich schnell Gefühle wie Druck und Frustration einschlichen. Dann ging ich Ende 2016 durch meine erste große depressive Phase. In dieser Zeit wurde mir klar, dass ich zuvor in meinem Schaffen nicht mich selbst ausgedrückt hatte. Also habe ich angefangen, mich in der Musik zu öffnen. Das erste Lied zum Thema Awareness habe ich nach meiner ersten Therapiesitzung geschrieben. Ich wusste: bis zur nächsten Therapiesitzung würde es noch vier Wochen dauern. Was würde in der Zwischenzeit passieren? Das Schreiben des Songs hat mir Hoffnung gemacht.
In der darauffolgenden Zeit habe ich dann oft direkt aus einem Leiden heraus geschrieben. Mittlerweile kann ich mich aber auch aktiv an einen Text setzen. Mir ist heute außerdem bewusst, dass meine Vorbilder viel dafür gearbeitet haben, um zu ihrem jetzigen Level zu gelangen. Sie haben nicht etwa aus einer Leichtigkeit heraus gearbeitet. Das ist eine wichtige Erkenntnis bei allem, was wir tun. Es geht nicht darum, ständig motiviert sein, sondern darum, trotzdem motiviert zu sein.

Welche Bedeutung hat deiner Meinung nach das Thema Awareness in unserer Gesellschaft?

Wenn es um den Zustand der Gesellschaft geht, ist es natürlich einfach zu sagen, wie es sein sollte. Ich habe aber das Gefühl, dass wir von einem wünschenswerten Zustand noch weit entfernt sind. Mir kommt es oftmals so vor, als würde in unserer Gesellschaft der Kopf nicht als normales Organ des Körpers gesehen. Wenn jemand einen gebrochenen Arm hat, geht er zum Arzt. Wenn jemand Magenprobleme hat, geht er zum Arzt. Das scheint uns völlig normal. Wenn aber jemand Probleme mit der Psyche hat, dann heißt es sofort: Möchtest du darüber reden?
Unsere Psyche ist sehr eng mit unserem Charakter verknüpft und daher ein sehr persönliches und sensibles Thema. Aber unser Kopf hat eine Behandlung verdient wie jeder andere Teil unseres Körpers auch. Es wäre schön, wenn seelische Krankheiten in der Allgemeinheit tatsächlich als solche anerkannt wären. Meiner Meinung nach würde es helfen, das ganze Thema zu entpersonalisieren und gleichzeitig die Persönlichkeit der kranken Menschen mehr in den Vordergrund zu stellen. So kommt es zum Beispiel immer wieder vor, dass mental erkrankte Personen sich anderen gegenüber verletzend verhalten. Wenn jedoch klarer ist, welche Verhaltensweisen krankheitsbedingte Symptome sind, kann sich wieder mehr auf den charakterlichen Kern des Erkrankten fokussiert werden. Zudem wird der Schaden, den die Krankheit auslöst auf interpersoneller Ebene verringert, wenn alle ein differenziertes Bild von ihr haben. Im Moment geht es mehr um die Interpretation von Problemen und das Einordnen erkrankter Menschen in einen bestimmten Kasten innerhalb der Gesellschaft. Stattdessen sollte es aber viel eher um die Person selbst gehen. Durch mehr Akzeptanz seelischer Krankheiten könnten wir viel leichter Raum für Individualität schaffen.
In einer Leistungsgesellschaft ist das natürlich nicht so einfach. Es wird in unserer Gesellschaft vor allem auf kurzfristige und oberflächliche Erfolge hingearbeitet. In einigen Firmen beispielsweise wurde dieses Problem schon erkannt und es wird sich aufgrund von Phänomenen wie Burnout deutlich mehr mit dem Thema Awareness auseinandergesetzt. Dennoch befinden wir uns noch ganz am Anfang. Die Fähigkeit, mit sich selbst in Kontakt zu treten, ist enorm wichtig. Ich finde, man sollte diese bereits in der Schule erlernen können. Dass die Arbeit an uns selbst der erste Schritt ist, wird uns momentan kaum beigebracht. Viele Leute behalten ihre gewohnten Denkweisen und Verhaltensmuster bei, obwohl es ihnen möglicherweise viel besser tun würde, einen anderen Weg einzuschlagen. Das hat unter anderem auch mit den Werten und dem Wissen zu tun, das in unserer Gesellschaft vermittelt wird.

Welche Rolle kann Musik bzw. Kunst beim Thema Awareness spielen?

Erst einmal führt die Beschäftigung des Künstlers mit dem Thema natürlich bereits zu einer intensiven Bewusstmachung. Man gewinnt dadurch in jedem Fall neue Erkenntnisse und lernt, in Worte zu fassen, worüber man davor vielleicht nicht einmal eine klare Vorstellung hatte. Deshalb hat die Thematisierung der Psyche schon allein einen riesigen Nutzen für den Künstler selbst. Mir wurde zugleich immer mehr bewusst, wie wenig wir über dieses Thema aufgeklärt sind und wie wichtig es wäre, es mehr in das gesellschaftliche Grundwissen zu inkorporieren.
Kunst ist ein Medium, das unsere Sicht auf die Welt mitprägt. Ich würde zum Beispiel sagen, dass meine politische Meinung maßgeblich von der Band Die Ärzte geprägt wurde (lacht). Kunst bietet generell die Chance, Menschen aus der Seele zu sprechen und Bedeutendes ins Gedächtnis zu rufen. Auf der Bühne darf und sollte deshalb gerade über menschliche Themen mehr geredet werden. Im englischamerikanischen Bereich findet solch ein Schwerpunkt bereits immer mehr Einzug in die Musik, zum Beispiel mit Künstlern wie dodie oder AJR. In der deutschen Szene wird das Thema leider noch immer eher stiefmütterlich behandelt. Aber ich finde, wir haben es verdient, dass sich auch unsere Popkultur mit den unschönen Seiten des Lebens auseinandersetzt.

Welche Botschaft würdest du den Menschen durch deine Musik gerne
mitgeben?

Versuche, jeden kleinen Schritt von dir anzuerkennen. Die hohen Erwartungen, die man an sich selbst hat, sind oft eine große Blockade. Ich finde, wir sollten lernen, jeden noch so kleinen Schritt mit der Wertschätzung zu behandeln, die er verdient hat.



Die Lüge vom studentischen Lotterleben

veröffentlicht am 24.06.2019

Wer kennt es nicht? Das Klischee vom faulen Student. Die Meinung, dass Studierende „ja eh keine Ahnung vom echten Leben haben“ und „nicht wissen, was Arbeit ist“. Oder die Aussage, im Studium habe man es ja so gut.

In dieser oder einer ähnlichen Form haben wir das doch bestimmt alle schon einmal gehört. Umfragen und Studien aus den vergangenen zwei Jahren sprechen aber eine andere Sprache. Studierende sind immer häufiger von psychischen Problemen betroffen. Galten sie in früheren Studien noch als weniger anfällig für psychische Probleme als Nicht-Studierende im selben Alter, zeigen der Arztreport 2018 der Krankenkasse Barmer sowie die Studie: „Gesundheit Studierender in Deutschland 2017“: Das stimmt nicht mehr. Beispielsweise leiden laut Studie etwa 15,6 % der Studierenden an einem depressiven Syndrom, also fast jede/r sechste Studierende. Der altersgleiche Durchschnitt für Betroffene eines depressiven Syndroms liegt mit 12,5 % deutlich unter diesem Wert.

Auch das hohe Stresserleben (laut Studie berichtete gut ein Viertel der Studierenden von einem hohen Stresserleben) und die Burnout-Anzeichen (24,4% der Befragten gab an, mindestens einmal pro Woche an Erschöpfung zu leiden) weisen nicht gerade darauf hin, dass psychische Gesundheit unter Studierenden eine Selbstverständlichkeit ist.

„Die Gründe, warum so viele Studierende psychische Probleme haben, sind vielfältig. Zum einen beginnt mit dem Studium ein neuer Lebensabschnitt: Studienplanung, Prüfungsordnung, eventuell eine neue Stadt – alles ist neu. Häufig fühlen sich die jungen Studierenden dadurch orientierungslos und überfordert. Hinzu kommen Prüfungsdruck, Zweifel und Zukunftsangst. Viele Studierende stehen nach dem Studium auch mit hohen BAföG-Schulden da. Da lastet ein enormer Druck auf den jungen Hochschulabsolventen – teilweise auch durch die hohen Ansprüche an sich selbst. Das kann Ängste und schlimmstenfalls auch eine Depression hervorrufen“, so PD Dr. Dr. Burkhard Gusy, der die Studie mitleitete.

Wichtig ist es, dass bei psychischen Problemen so früh wie möglich gehandelt wird.

Zwar können wir als Nightline in diesen Situationen entsprechend unserer Ausbildung nicht weiter helfen als zuzuhören. Aber damit sind uns die Hände nicht komplett gebunden! Wir können beispielsweise betroffene Studierende dazu ermutigen, sich Hilfe zu suchen oder sich jemandem zu öffnen. Und wir können auf die wachsenden Zahlen aufmerksam machen.

Eine gute Anlaufstelle um sich Hilfe zu holen, bieten zum Beispiel auch die verschiedenen Beratungsstellen des Studierendenwerks Seezeit (https://www.seezeit.com/beratung/). Darunter auch die Psychotherapeutische Beratungsstelle, die bei allen seelischen Belastungen den Studierenden in Konstanz vertraulich und kostenfrei zur Verfügung steht.

Falls du also mit zu viel Stress, Druck, depressiven Stimmungen oder sonstiger psychischer Belastung kämpfst: Du bist nicht allein und musst dich auf keinen Fall dafür schämen, falls du Hilfe brauchst. Also ruf uns an oder schreib uns, vereinbare einen Termin bei der Psychotherapeutischen Beratungsstelle, nutze deren Online-Beratung oder suche dir im Internet eine andere Form der Hilfe.

Hier die Quellen und einige Zeitungsartikel für noch mehr Informationen:

https://www.barmer.de/presse/infothek/studien-und-reports/arztreporte/barmer-arztreport-2018-144304

„Gesundheit Studierender in Deutschland 2017“ – Ein Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, der Freien Universität Berlin und der Techniker Krankenkasse, J. Grützmacher, B. Gusy, T. Lesener, S. Sudheimer, J. Willige, 2017: https://www.tk.de/resource/blob/2046078/8bd39eab37ee133a2ec47e55e544abe7/studie–gesundheit-studierender-2017-pdf-data.pdf

https://www.tk.de/presse/themen/praevention/studium-stress-studie-depression-2045954

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/hochschulen-jeder-sechste-student-ist-psychisch-krank/22610502.html

https://www.stern.de/neon/herz/psyche-gesundheit/depression–psychische-probleme-im-studium–hier-gibt-s-hilfe-8379794.html


Weil wir alle hin und wieder mit unserem eigenen Kopf kämpfen – Interview mit Marcel Bischofberger

veröffentlicht am 17.05.2019

Heute möchten wir euch Marcel vorstellen. Er ist 29 Jahre alt und hat an der TU München BWL studiert. Im Jahr 2013 wurde bei ihm eine Depression diagnostiziert. Zuerst kämpfte er gegen die Krankheit, jetzt kämpft er für die Betroffenen von psychischen Erkrankungen. Für uns hat er ein paar Fragen beantwortet und von seinen Erfahrungen, seinen Projekten und seinen Zielen berichtet.

Warum liegt dir das Thema psychische Gesundheit so am Herzen?

Klar spielt meine eigene Betroffenheit eine große Rolle dabei. Dadurch habe ich viel erlebt, gesehen und erfahren. Aber für mich ist es auch dabei ganz wichtig, das Positive zu betonen. Ich habe erlebt, wie viel ein einziges Gespräch, ein offenes Ohr oder schon eine kleine Umarmung bewirken können. Das mag jetzt sehr vereinfachend klingen aber mir ist es wichtig, genau das zu betonen. Wir sollten öfters für einander da sein, uns zuhören, wertschätzen, miteinander reden. Ich weiß, dass mir das auch nicht immer gelingt, natürlich nicht. Doch ich weiß auch, was all das bewirken kann und dafür setze ich mich ein. Für eine Gesellschaft der Wertschätzung, der Offenheit. Eine Gesellschaft ohne Stigmata, Vorurteilen und Ängsten gegenüber psychischen Erkrankungen.

Ihr habt gerade ein neues Projekt in den Startlöchern stehen, „Berg und Mental“. Wie kamt ihr zu der Idee? Was möchtet ihr damit erreichen?

Wir haben letztes Jahr im Rahmen der #TUM4MIND Mental Health Aktionstage an der TUM ein Begegnungscafé namens #Coffe2Talk organsiert. Die Idee war ganz simpel: Bei einer guten Tasse Kaffee die Möglichkeit bekommen, ganz ungezwungen mit Expertinnen und Experten über all das zu sprechen, was einem auf dem Herzen liegt. Nachdem wir so viel positive Resonanz für dieses Café bekommen haben und gleichzeitig den Blick Richtung USA gerichtet haben, wo es ein Mental Health Café namens „Sip of Hope“ bereits gibt, war uns klar: So etwas braucht es hier auch! Lasst uns das mal angehen! Wir haben uns dann mit der Idee für den Deutschen Integrationspreis beworben und sind jetzt gerade mitten in unserer Crowdfunding Kampagne zusammen mit dem Deutschen Integrationspreis und startnext.

Das Ziel unserer „Mental Health Hütte“ wie wir sie nennen ist folgende: Wir finden Stigma doof! Wir finden es absurd bis schlimm, dass wir einfach nicht über psychische Gesundheit reden – obwohl wir alle hin und wieder mit unserem eigenen Kopf kämpfen. Das wollen wir mit BERG & MENTAL ändern. Wir wollen dem Thema einen festen Raum geben, eine tolle Atmosphäre und ihm eine schöne Tasse Kaffee vor die Nase setzen. Mit unseren Produkten, Events, Seminaren & Workshops informieren wir, klären auf, vermitteln Wissen, bringen Menschen zusammen – und unterhalten.

Hast du bereits Erfahrung mit anderen Projekten?

Ja, ich habe letztes Jahr zusammen mit der TUM: Junge Akademie der Technischen Universität München (TUM) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Stress und Depression im Studium“ organsiert und durfte das erste Mal in der Öffentlichkeit über meine Erkrankung sprechen. Das Schicksal wollte es so, dass an dem Abend auch Dominique de Marné und Lasse Münstermann im Publikum saßen. Dominique kam danach auf mich zu und wir waren uns ziemlich schnell einig, dass wir was für Studierende machen wollen. Daraus ist dann wiederum die #TUM4MIND, die ersten Mental Health Aktionstage an der TUM entstanden. Danach war eigentlich klar, dass wir gemeinsam die nächsten Schritte gehen wollen. Das war dann wiederum der Startschuss für „BERG & MENTAL“, unser Mental Health Café

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Erst einmal finde ich, dass wir auf einem guten Weg sind. Natürlich müssten wir heute nicht über das Thema sprechen, wenn schon alles perfekt wäre aber ich empfinde schon, dass wir in kleinen Schritten in die richtige Richtung gehen. Wenn ich jetzt dennoch ein paar Wünsche frei hätte, dann würde ich mir ein Schulfach „Seelische Gesundheit“ wünschen, würde mir wünschen, dass wir auch die älteren Menschen mehr dabei unterstützen auch im hohen Alter mental gesund zu bleiben. Ich würde mir wünschen, dass sich Lehramtstudierende keine Sorgen mehr über eine Verbeamtung machen müssen, nur weil sie sich Unterstützung bei einem Therapeuten suchen. Ich würde mir wünschen, dass wir endlich ausreichend Therapieplätze haben. Und zu guter Letzt würde ich mir wünschen, dass sich niemand mehr in diesem Land, in unserer Gesellschaft verstecken muss, nur weil er oder sie an einer psychische Erkrankung leidet.

Gibt es noch etwas, das du Menschen mit psychischen Erkrankungen gerne mit auf den Weg geben würdest?

Bitte gebt niemals auf! Ich kenn die Tage und Nächte, von denen man glaubt es wären die letzten, weil einem einfach die Kraft auszugehen scheint. Aber wir müssen kämpfen. Es lohnt sich so ungemein! Und wenn euch irgendjemand einreden will, dass ihr schwach oder nutzlos oder sonst was wärt, dann hört nicht darauf. Ihr seid stark, viel stärker als ihr euch wahrscheinlich vorstellen könnt. Und sich Hilfe oder Unterstützung zu suchen ist genauso wenig schwach. Das ist wahre Stärke.


Nur noch 15 Dienste

veröffentlicht am 01.12.2017

 

Hallihallohallöchen ihr Lieben,

 

Kennt ihr das? Kaum hat man sich nach den Semesterferien wieder richtig an den Studienalltag gewöhnt, steht auch schon fast wieder Weihnachten vor der Tür! Unglaublich wie schnell die Zeit manchmal vergeht!

In dieser (gefühlt) kurzen Zeit hat sich einiges bei uns getan. Vor allem freuen wir uns sehr, neue Mitglieder bei uns begrüßen zu dürfen. Diese haben bereits erfolgreich beide Schulungen absolviert und sind damit bestens auf eure Anrufe und E-Mails vorbereitet.

 

Übermorgen ist also schon der erste Advent und in 23 Tagen schon Heiligabend. Das bedeutet für uns nur noch 15 Telefondienste dieses Jahr. Denn natürlich sind wir auch in der stressigen Vorweihnachtszeit für euch da und hören euch in allen Lebenslagen zu.

Ihr alle kennt das wahrscheinlich genauso gut wie ich: Zusätzlich zum alltäglichen Studienwahnsinn rund um Hausarbeiten, Präsentationen, Abgaben und allem anderen was so veranstaltet wird, damit uns auch ja nicht langweilig wird, kommt noch der ganze Stress, der sich um Geschenke, Weihnachtsfeiern und Organisation der Festtage dreht. Und dann hat man im besten Fall auch noch ein Privatleben und will ab und zu vielleicht mal noch seine Freunde sehen und auf den Weihnachtsmarkt gehen. 😉 Aber vielleicht seid ihr da ein bisschen schlauer und organisierter als ich und kommt da besser klar. Für alle die genau wissen, wovon ich rede, hier einige (von unglaublich vielen) Tipps zum Thema aus dem Internet, die ich in den nächsten Wochen auch mal austesten werde: http://www.mylife.de/gesund-leben/geist-psyche/8-anti-stress-tipps-fuer-eine-entspannte-vorweihnachtszeit-11066.

 

Macht’s gut.

Eure Nightline-Konstanz


Allerlei im Monat Mai – Geburtstag, Schulung, Vereinstag und Skype-Angebot

veröffentlicht am 29.05.2017

Seit über einem Monat sind wir nun wieder während unseren Diensten mit offenen Ohren für euch da. Aber auch außerhalb unserer Dienstzeiten war diesen Monat einiges bei uns los.

Happy Birthday Nightline!

Vielleicht seid ihr Mitte Mai ja schon in der Uni auf unseren Stand mit netten Free-Hug-Bärchen, Kuchen, Muffins und mehr gestoßen, denn es war mal wieder so weit: Die Nightline Konstanz feierte Geburtstag. Am 11. Mai vor sechs Jahren wurde unser Verein gegründet und seitdem hören wir euch egal bei welchem Problem zu.

Damit ihr eine Ahnung davon bekommt, was sechs Jahre Nightline so alles bedeuten, hier mal zwei Zahlen dazu:

2.852. So viele Stunden haben wir in den letzten sechs Jahren in über 700 Diensten immer am und neben dem Telefon verbracht. Das entspricht in etwa der Zeit, die man benötigt um 150-mal die komplette „Harry Potter“-Filmreihe anzuschauen, die wir in Zweier-Teams am oder neben dem Telefon verbrachten.

152. Das ist die Gesamtzahl der ehrenamtlichen ehemaligen und aktiven Mitglieder, die seit Gründung schon am Telefon saßen. Übrigens durften wir uns auch dieses Semester wieder über einige neue Mitglieder freuen, die auch diesen Monat an beide Schulungen (fürs Telefonieren und für die Beantwortung von E-Mails) teilnahmen. Falls du auch Interesse hast, schau doch auf unserer „Mitarbeiten“-Seite vorbei. Dort findest du alles zum Thema.

 

Als Vereinsmitglied gibt es dann natürlich auch viel mehr als die Dienste oder die Arbeit drum herum, wie zum Beispiel unseren Vereinstag. Dieses Semester trafen wir uns bei herrlichem Wetter an der Uni. Von dort spazierten wir etwa eine Stunde zum Grillplatz Litzelstetten Purren, wo wir es uns gemütlich machten, mit leckerem Grillgut unseren Hunger stillten und einen sehr schönen Nachmittag/Abend verbrachten.

 

Zu guter Letzt war auch unser Technik-Team diesen Monat sehr fleißig und wir dürfen uns über ein neues Angebot freuen. Seit einigen Tagen sind wir nun auch via Skype erreichbar. Die Nightlines in Dresden, Heidelberg und Potsdam haben es vorgemacht und nun gibt’s dieses Angebot auch bei uns. Dabei könnt ihr einfach in Skype unseren Nutzer nightline.konstanz völlig konstenlos anrufen. Bitte fügt uns nicht als Kontakt hinzu. Euer Anruf wird dann während unserer Dienstzeiten (Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 21-01 Uhr) auf unsere Diensttelefone weitergeleitet und eure Anonymität somit zu 100% gewahrt. Mehr zum Thema „Erreichen“ findest du auf der entsprechenden Seite.

 

Das war’s auch schon an Neuigkeiten. Genießt weiterhin das tolle Wetter und die vielen Möglichkeiten etwas draus zu machen!

Eure Nightline Konstanz

 


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