Die Nightline feiert Weihnachten

veröffentlicht am 23.12.2014

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Es weihnachtet sehr – auch ohne Schnee und Kälte. Die Konstanzer Innenstadt ist geschmückt mit Tannen und Lichtern, erfüllt von Glühweinduft, und die Kaufhäuser sind überfüllt mit Schweizern. Besinnlichkeit finden viele nicht mehr, wo Zwischenprüfungen auf hastig erledigte Geschenkeinkäufe treffen. Wie gut tut es da, einen Abend lang zur Ruhe zu kommen und mit netten Menschen einfach nur gemütlich zusammen zu sitzen! Deshalb muss eigentlich in jedem Verein eine Weihnachtsfeier her. Genau das haben wir uns bei der Nightline auch gegönnt. Denn unabhängig davon, dass uns alle eine wichtige Aufgabe zusammengebracht hat, sind wir doch ein Verein, in dem man auch gern außerhalb der Zeiten am Telefon zusammen einen schönen Abend verbringt.

Bei der Nighltine wird während der Weihnachtsfeier natürlich nicht nur zugehört, sondern selbst viel geredet und gelacht, Glühwein getrunken und Schrott-Geschenke gewichtelt. Das Zuhören hat sich an diesem Abend für uns auf ein paar einstimmende Klavierstücke beschränkt – damit auch alle Nightliner dabei sein konnten, haben wir unsere Feier auf einen der Abende gelegt, an denen wir leider (noch) nicht erreichbar sind.

Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, denn kein Nightliner wollte es sich entgehen lassen, etwas zum Buffet beizusteuern. Deshalb gab es nicht einfach nur Chili – in allen erdenklichen Variationen, damit auch an jede Unverträglichkeit gedacht ist – sondern auch ausgefallene Salate und natürlich Nachtisch, Nachtisch, Nachtisch.

Gut-Mensch-Sein und Buffet-Spenden beiseite: Beim Schrottwichteln kamen ganz andere Seiten eines manchen Nightliners zum Vorschein – oder zumindest der Verwandtschaft, die wohl davor für derartige Geschenke verantwortlich war. Räuchermännchen und Deko-Engel, Ü-Ei-Figuren und Duftkerzen gehörten eindeutig in die Kategorie „Was man von Oma mit einem viel zu breiten Lächeln annehmen musste“. Der inoffizielle Preis für das kreativste Wichtelgeschenk ging definitiv an die Gurke mit 3D-Brille. Im Endeffekt aber kam dann doch die prosoziale Natur unseres Vereins zum Vorschein, in welchem man versucht, das Beste aus unpassenden Geschenken zu machen: Auf der verzweifelten Suche nach jemandem mit dem passenden Kaffeevollautomaten wurden im Nachhinein noch Kaffeepads weitergereicht. Die Deko-Engel allerdings warten immer noch auf einen Abnehmer. Ansonsten werden wir sie wohl nächstes Weihnachten wiedersehen.

Denn die Weihnachtsfeier der Nightline gibt es alle Jahre wieder. Bei so viel positivem Feedback und der hohen Akzeptanz unseres Angebots machen alle, die können, gerne weiter und jedes Jahr begrüßen wir neue, engagierte Mitglieder.

Momentan machen auch wir eine kleine Pause über das neue Jahr und sind dann ab 07. Januar wieder für euch da. In diesem Sinne wünschen wir euch frohe Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr!


Für Studierende

veröffentlicht am 25.01.2014

Wieso gerade für Studierende?

Die Idee der Nightline ist, dass sich Ratsuchende und Nightliner auf Augenhöhe begegnen – von Studierendem zu Studierendem. So hoffen wir die Hemmschwelle möglichst niedrig zu halten, sich auch mit kleinen Problemen jemandem anzuvertrauen. Vielen fällt es leichter, mit einem Gleichgesinnten zu reden, als mit einem professionellen Berater. Außerdem können wir uns als Studierende auch leichter in die Situation anderer Studierender hinein versetzen – viele Probleme kennen wir aus unserem eigenen Alltag. Und mit praktischen Auskünften zum Uni-/FH-Betrieb können wir bei Bedarf auch aushelfen.

Brauchen Studierende eher einen Zuhörer als andere?

Studierende brauchen ein Zuhör-Angebot genauso sehr wie alle anderen Bevölkerungsgruppen. Gerade deshalb macht es Sinn, dass man sich mit seinen Problemen immer an die Stelle wenden kann, bei der man sich am besten verstanden fühlt. Bei der Nightline finden Studierende bei anderen Studierenden ein offenes Ohr – das heißt vor allem bei Menschen, die ihre Lebenssituation kennen. Die Nightline möchte vor allem für die kleinen und großen alltäglichen Sorgen von Studierenden da sein.

Und was passiert, wenn jemand anruft oder schreibt, der kein Studierender ist?

Auch dann legen wir natürlich nicht auf oder lassen die Mail unbeantwortet. Von vielen, die sich an uns wenden, wissen wir auch nicht, was genau sie tun – schließlich gilt bei uns der Grundsatz der Anonymität. Deshalb nehmen wir jeden Anruf und jede Mail an – aus Respekt vor demjenigen, der sich vertrauensvoll an uns gewendet hat. Eine wirklich optimale Anlaufstelle sind wir aber nur für Studierende. Deshalb werben wir nur an der Uni und der HTWG für unser Angebot.


Von Studierenden

veröffentlicht am 27.12.2013

Wer sitzt da eigentlich am Telefon bei der Nightline?

Es sind genauso Studentinnen und Studenten wie die Anrufer. Wir sind Studierende verschiedener Fachrichtungen, aus allen Semestern, von der Uni und der HTWG. Damit sind wir genauso bunt und vielfältig zusammengesetzt wie die Studentenbevölkerung in Konstanz. Und vielleicht genauso unterschiedlich wie unsere Lebensläufe sind die Gründe weshalb wir uns in der Nightline engagieren. Gemeinsam habe wir aber alle eines: Ein offenes Ohr haben wollen für andere Studierende.

Was unterscheidet die Nightliner von anderen Sorgentelefonen?

Am anderen Ende der Leitung sitzt jemand, der selbst in einer ähnlichen Lebenssituation ist wie derjenige der anruft. Deshalb wollen wir auch überhaupt keine Anweisungen oder Ratschläge geben. Dafür können wir aber umso besser nachvollziehen und mitfühlen, wie sich der Anrufende fühlt. Bei der Nightline anrufen heißt einfach: auf Augenhöhe mit jemandem reden, der gerade in einer ähnlichen Lebensphase steckt. Jemand, der deine Gedanken und Gefühle vorurteilsfrei anhört und dich ernst nimmt.

Kann man als Studierender überhaupt so einen Telefondienst bewältigen?

Es gibt nur einen Unterschied zwischen dem Nightliner und einem Kommilitonen: Wir alle haben eine oder mehrere psychologische Schulungen besucht. dort haben wir gelernt, aktiv zuzuhören und dabei auch zu erkennen, wo unsere eigenen Grenzen liegen. Meistens aber kommen wir nicht an unsere Grenzen, sondern erleben die Gespräche als bereichernd. Einem anderen Studierenden zu helfen, indem man ihm oder ihr einfach zuhört, macht einfach Freude.


Live-Ticker aus dem Nightliner-Leben

veröffentlicht am 07.10.2013

Durch die Terrassentür zieht ein kühler Wind herein. Mehr als 30 Nightliner aus Deutschland und der Schweiz genießen die Abendluft und ein wohlverdientes Feierabend-Bier. Ein Freiburger macht einen Spagat, zu viele Menschen versuchen sich gleichzeitig auf einen Stuhl zu quetschen; es wird geredet, gelacht und mittendrin sitzen wir.

Warum?

Weil die Nightline Konstanz nicht alleine ist und wir nicht nur zu Anlässen wie dem Deutschlandtreffen zusammenkommen. Auch wenn es darum geht, das Angebot aller Nightlines zu verbessern und zu erweitern, arbeiten wir zusammen und helfen uns gegenseitig. Letztes Wochenende haben sich Vertreter von sechs Nightlines in Ludwigsburg getroffen, um unser Angebot auszubauen: Nicht mehr nur am Telefon erreichbar sein, sondern auch online. In Zukunft wollen Konstanz, Freiburg, Köln, Karlsruhe, Heidelberg und Zürich auch auf elektronischem Wege „ein offenes Ohr“ für euch haben.

Deshalb hat die Nightline Stiftung einen Workshop organisiert, um gemeinsam zu lernen, wie man das, was wir im Moment nur am Telefon anbieten, auch schriftlich umsetzen kann. Dabei hatten wir kompetente Unterstützung aus Großbritannien und von einer professionellen Online-Beratungsstelle eingeladen, die uns ihre Erfahrungen geschildert und Expertise weitergegeben haben. In praxisnahen Übungen haben wir nicht nur eine Menge über uns selbst erfahren, sondern auch gelernt, wie man online „Zuhören“ gestalten kann. Dabei haben wir uns in beide Rollen versetzt: Die des Nightliners, der die Nachrichten beantwortet,  und die von jemandem, der eine Nachricht schreibt. Schließlich ist es uns wichtig, nachvollziehen zu können, wie es sich anfühlt, uns eine Nachricht zu schreiben. So erfahren wir ganz direkt, wie wir am besten für euch da sein können.

Weil aber dieses Wochenende – wie jedes Nightliner-Treffen – nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus viel Spaß besteht, dachten wir uns: Wir wollen euch einen kleinen Einblick geben. In der Runde neben uns organisieren sich gerade spontane Treffen zwischen „benachbarten“ Nightlines.

Wenn auch du beim nächsten Treffen auch dabei sein möchtest, oder einfach nur neugierig bist, was wir allgemein machen, dann schreib uns: kontakt@nightline-konstanz.de


Vertraulich

veröffentlicht am 10.08.2013

Wenn wir einem anderen Menschen Einblick in unsere Gefühle und Gedanken geben, dann ist eines ganz entscheidend: Vertrauen. Auch wenn nicht jeder, der bei der Nightline anruft unbedingt viel von sich preisgeben will, wollen wir doch jedem die Möglichkeit dazu bieten, offen sprechen zu können. Deshalb versuchen wir alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, Vertrauen auf beiden Seiten herzustellen. Dazu gehört, wie die Wortverwandtschaft schon zeigt, vor allem Vertraulichkeit.

Was bedeutet Vertraulichkeit am Telefon?

Für uns heißt ein Gespräch vertraulich behandeln, dass seine Inhalte unter den beiden Gesprächspartnern bleiben. Zum einen gewährleisten wir das durch die Anonymität auf beiden Seiten. Zum anderen sprechen wir nur dann untereinander oder in der Supervision über die Telefonate, wenn es notwendig ist, z.B. dann wenn auch wir merken, dass uns das Gespräch so belastet hat, das in diesem Moment der Gesprächsbedarf auf unserer Seite liegt. Selbst in diesen Gesprächen aber bleibt der Anrufer, um den es geht, in jedem Falle anonym.

Wie geht das: einem Fremden am Telefon vertrauen?

Vertrauen ist etwas sehr persönliches und gegenseitiges. Uns ist bewusst, dass es nicht immer entstehen kann oder muss. Aber wir versuchen jedem Anrufer die Zeit zu geben, es zu finden, wenn er möchte. Deshalb versuchen wir auch, trotz Anonymität, als Person authentisch zu sein. Am anderen Ende des Telefons sitzt immer auch ein Mensch. Jeder dieser Nightliner wird jedem Anrufer mit Vertrauen entgegentreten. Wir freuen und natürlich darüber, wenn wir merken, dass uns die Anrufer ebenfalls mit Vertrauen begegnen. So kann man im gemeinsamen Gespräch oft noch mehr erreichen.

 


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