Wenn Nightliner in den Seilen hängen

veröffentlicht am 04.05.2015

Blog10_Foto_400x300

Als Nightliner werden wir auf der Schulung für so manche trickreiche Situation vorbereitet. Wenn wir allerdings einen gefährlichen Schoko-Fluss überqueren müssen, während eine Hälfte von uns mit verbundenen Augen im Dunkeln tappt und dem Rest der Mund verboten worden ist, kommen auch wir schon mal an unsere Grenzen – und zwar nicht nur, weil einige von uns bekanntlich gerne reden.

Schoko-Fluss? Verbundene Augen? Zum Start des Sommersemesters veranstalten wir als Nightline Konstanz unseren Vereinstag, der bis ins letzte Detail geglückt ist. Denn unser Schulungsteam hat sich wieder etwas Besonderes für das Vereinsleben abseits des Dienstraums überlegt: Geködert wurden wir mit der Aussicht auf ein abendliches Grillen mit Seeblick. Geblieben sind wir allerdings für einen Nachmittag voller Spiel, Spaß und Albernheit.

„Eure Aufgabe ist es, die Spielkarten aufsteigend zu sortieren. Es darf immer nur eine Karte bewegt werden. Die Person bekommt dabei die Augen verbunden. Ihr dürft den Boden innerhalb dieses Kreises nicht berühren.“ Mit diesen Worten stellt uns der Spielleiter von uniVenture vor eine der wohl schwierigsten Herausforderungen unseres Lebens. Sofort werden die ersten Pläne geschmiedet, belächelt, verworfen und weitere ausgeklügelt. „Ihr habt sechzig Minuten Zeit.“ Kaum eine halbe Stunde später schwenken wir den ersten Nightliner mit vereinten Kräften über den imaginären Säure-See und sind etwas verdutzt, dass unser Plan tatsächlich aufzugehen scheint.

Auch beim nächsten Spiel ist jeder darauf angewiesen, sich auf den Halt des jeweils anderen verlassen zu können. Schließlich stehen wir alle ein wenig wacklig auf dünnen Seilen, welche zwischen einzelnen Bäumen gespannt sind. Wer fällt, bekommt eine Augenbinde, welche die restliche Strecke bis zum Ziel noch weiter erschwert. Und dennoch müssen wir das Ende des Parcours irgendwie als Team erreichen.

Besonders viel lernen wir aus der Reflexions-Runde nach jedem Spiel. Hier hinterfragen wir kritisch unsere Rolle im Team. Wie konnte es passieren, dass beim Balance-Spiel eine Gruppe beinahe das Ende erreicht hat, während andere am Anfang zurückgelassen wurden? Nehmen wir manchmal zu vorschnell das Ruder in die Hand und übergehen dabei die wertvollen Ideen der anderen? Finden wir diese Muster vielleicht auch in unserer Vereinsarbeit wieder?

Nach diesen körperlichen Anstrengungen und dem Gedankenfutter knurrt uns gehörig der Magen. Ein solcher Tag verdient es wirklich, mit einem saftigen Steak, Grillkäse und einem kühlen Bier heruntergespült zu werden. Zum Nachtisch gibt es neben gebratenen Marshmallows und Schoko-Bananen jede Menge Wärme und Freude über unser erneutes Zusammentreffen.

Dieser Beitrag kann nicht kommentiert werden.

« zurück

-